Donnerstag, 23. Oktober 2014

Theos erster Schultag!

 Eigentlich haben wir ja gedacht, dass Theo in Ghana nur in die Mama-Schule geht. Aber nach knapp 2 Monaten haben wir gemeinsam beschlossen, dass er zusätzlich in die Presbyterian Primaryschool gleich bei uns ums Eck gehen darf. Wir dachten an einem Tag pro Woche, aber die Frau Direktor hatte eine bessere Idee. Theo geht jetzt jeden Tag von 8-10 Uhr in die ganz richtige Ghana-Volksschule, um Englisch zu lernen und um noch mehr Freunde zu finden, und im Anschluss geht es dann in der Mama-Schule zuhause weiter.

Seit gestern Abend war unser Sohn ganz aufgeregt. Ohne Murren ist er ins Bett gegangen, und ab dem Aufstehen hat er in einer Tour geredet, sich ohne Aufforderung angezogen und seine Zähne geputzt – und war dann bereit für seinen ersten Schultag!

Morgenappell
Um 8 Uhr beginnt die Schule mit einem Morgenappell. Hier hat die Direktorin Theo den anderen Schulkindern vorgestellt und gesagt, dass er jetzt einer von ihnen ist, verbunden mit der Aufforderung, ihm nicht die ganze Zeit nachzulaufen. Was leider nicht wirklich funktioniert hat, aber das kann ja noch werden. In der Pause war Theo die ganze Zeit von einer riesigen Horde Kinder umgeben, die ihn alle berühren, seine Haut und Haare fühlen und seine Freunde sein wollen. Ich bin sehr gespannt, wie Theo nach diesem halben Jahr damit umgehen kann, ein ganz normaler Bub wie alle anderen zu sein J!

Nach dem Appell ist Theo mit seiner Lehrerin in seine Klasse gegangen. Es sind 30 Kinder in der Klasse, Unterrichtssprache ist Englisch. Ich darf die ersten Tage noch mit ihm dort bleiben, um ihm ein bisschen Sicherheit zu geben und ihm die Aufgaben zu übersetzen. Wie nicht anders zu erwarten, sind die Inhalte wegen der auch für die ghanaischen Kinder ungewohnten Sprache noch nicht allzu weit fortgeschritten. Das gibt Theo viel Sicherheit und macht es ihm möglich, dem Unterricht auch einigermaßen zu folgen. Ich bin mir sicher, dass er ganz schnell einiges an Englisch aufschnappen, verstehen und sprechen wird.

Die Klasse ist einfach, die Tischchen der Kinder großteils baufällig, im hinteren Bereich der Klasse liegen Holzplatten herum, aus denen Nägel herausschauen. Und um die Tafel zu löschen, haben sich zwei Burschen schnell ihren Tisch nach vorne gezogen, um auch den oberen Bereich der Tafel zu erwischen. Die Kinder haben Hefte, für jedes Fach eines, und es gibt Schulbücher, die sie zu zweit verwenden können. Theos gut gefülltes Federpenal hat für große Augen gesorgt, die meisten Kinder besitzen einen Bleistift – und sonst nix.  

Theo und seine Lehrerin
Die Lehrerin hat KEIN Rohrstaberl, um die Kinder zu bestrafen. Eine echte Ausnahme in Ghana. Ich hatte überhaupt den Eindruck, dass sie eine echte Pädagogin ist, die versucht, die Inhalte den Kindern mit viel Freude und Spiel zu vermitteln. Ein echter Haupttreffer!

Die erste Einheit dauert von 8-10 Uhr, ohne Pause! Dafür ist dann aber eine richtig lange Unterbrechung, und natürlich wollte Theo auch hier noch bleiben. Sofort haben die Kinder, die bei uns in der Umgebung wohnen und ihn schon kennen, sich seiner angenommen und ihn, so gut wie möglich, vor den „Übergriffen“ der Meute bewahrt. Nach 20 Minuten war es unserem Sohn dann aber doch genug und wir sind die paar Schritte nach Hause gegangen, auch hier noch immer eskortiert  von einer Traube Kinder.  So ist ein aufregender und erfolgreicher erster Schultag zu Ende gegangen und Theo freut sich schon wieder auf morgen!

Für alle Schulkinder gibt es eine Vielzahl an ghanaischen Speisen, aber nur gegen Bezahlung!

Montag, 20. Oktober 2014

We proudly present Mama Osofo Silke!

Es ist ein wenig ruhiger geworden in letzter Zeit. Also nicht im Ort selbst, noch immer gibt es fast den ganzen Tag und die halbe Nacht von irgendwo her Musikbeschallung. Aber sonst hat sich eine gewisse Routine in unser Leben eingeschlichen und gibt unserem Alltag einen guten Rhythmus.

Traditionelle Trommeln vor dem Haus
Local Leaders
Unterdessen habe ich schon alles gesehen, was es im kirchlichen Leben so alles zu sehen gibt. Diverse Gottesdienste zu verschiedenen Anlässen, eine Trauung, Taufen und Konfirmationen – und jetzt am Samstag auch das erste Begräbnis. 3 Särge waren in der Kirche aufgebahrt, einer der Verstorbenen war der Vater eines Pfarrers, der so wie wir im Presbytery wohnt. Und er hat mich eingeladen, beim Begräbnis des Vaters dabei zu sein. Nach dem Gottesdienst in der Kirche, der etwa 2 Stunden gedauert hat und in dem neben den Lebensläufen der Verstorbenen auch eine ausführliche Predigt des Ortspfarrers zu Psalm 23 Platz gehabt hat, sind die Särge vor der Kirche auf verschiedene Pickups verladen worden und – wie könnte es sonst sein – unter Trommeln und Trompetenmusik zu den diversen Bestattungsorten gebracht worden. Der Vater meines Kollegen ist im Garten seines Hauses beigesetzt worden. Leider sind wir erst zu den abschließenden Worten des Pfarrers gekommen, weil mein Chauffeur sich verfahren hat. Der Verstorbene war eine lokale Größe, einer der „local leaders“, und so waren vor dem Haus verschiedene „Partyzelte“ aufgebaut, um den Gästen Platz und Schutz vor der Sonne zu bieten. 2 große Zelte waren für „Church“ reserviert, 2 Zelte für „Local leaders“, 2 Zelte für „Friends“ und 2 Zelte für die Familie. Es wurde getrommelt und ich habe das erste Mal seit der Synode im August wieder so viele Männer in ihrer traditionellen Tracht und mit den typischen Stäben als Zeichen ihrer Macht gesehen. Nach einem kurzen Gebet sind plötzlich alle Menschen im Zelt „Church“ aufgestanden und zu ihren Autos gegangen – schade, ich hätte gerne noch mehr mitbekommen. Aber wir sind nicht etwa heimgefahren, sondern zu einem nahe gelegenen Gasthaus, wo wir das Privileg hatten, als erstes etwas zu Essen zu bekommen. Nach und nach sind dann noch andere Gästegruppen nachgekommen.

Der obligatorische Kirchenchor - ohne ihn geht gar nix!


Der neue Clerk, seine Frau und die Mitglieder des Supausschusses
Am Sonntag ist der neue Clerk des Presbyteries in sein Amt eingeführt worden. Wir sind dazu in seine Gemeinde nach Dodowa gefahren, etwa auf halben Weg zwischen uns und der Hauptstadt Accra. Es ist schon eine schöne Fügung, dass ich während unseres Aufenthaltes hier in Ghana so viele besondere Gottesdienste miterleben darf: Synode, Erhebung von Sege zu einem eigenen District, Send-off-Service des alten Clerk, Amtseinführung des neuen Clerk…

Die Uniform wird übergeben :-)
Einige Tage vor diesem großen Gottesdienst hat Silke Besuch von einer kleinen Abordnung anderer Pfarrfrauen – Mama Osofos – bekommen. Und die haben ihr gesagt, dass sie ihr gerne die traditionelle Pfarrfrauentracht schenken wollen. Also wurden die Maße genommen und tatsächlich: am Sonntag ist Silke im Reigen der Pfarrfrauen in der Kirche gesessen. Ein zwar etwas ungewohnter Anblick, aber eine wunderschöne Geste der Gastfreundschaft! Denn so sind wir wieder ein Stückchen mehr aufgenommen worden in die Gemeinschaft der Christinnen und Christen in der PCG. Und nach dem Gottesdienst kennen wir jetzt auch schon einige Menschen recht gut und können uns unter das Volk mischen.  


Silke mit den anderen Mama Osofos vor dem Service
Ghanaer liebe Uniformen - auch für die Pfarrfrauen!

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Boti Waterfalls – wilde Romantik





Osofo Stephen und Osofo Markus
Eines der wichtigsten Ausflugsziele unserer Region ist, wie wir sehr bald gehört haben, der Boti Wasserfall. Nachdem am Montag ein Feiertag gewesen ist, haben wir die Chance beim Schopf gepackt und uns mit Stephen, unserem „Betreuungspfarrer“ vor Ort, auf den Weg gemacht.
Kerstin probiert die Naturtrommel aus

Nach ungefähr einer Autostunde, die uns großteils über rote Pisten quer durch eine üppige Landschaft geführt hat (wir waren natürlich zu sechst im Auto und Theo ist mit mir vorne gesessen!) sind wir tatsächlich vor dem Schild gestanden: Welcome to Boti Waterfalls!

Durch den Dschungel
Schon beim Eingang war das Tosen des Wasserfalls zu hören, außerdem war im Reiseführer zu lesen, dass nur wenige Stufen zu überwinden sind, um das Naturspektakel zu bewundern. Auch Stephen versicherte uns, dass nur wenige Meter zu gehen seien. Entsprechend war unsere Ausrüstung: ein nettes Picknick im Rucksack und Sandalen bzw.  Converse an den Füßen. Ein Fehler, wie sich schnell herausgestellt hat. Denn für die 10 Cedi Eintritt bekommt man auch noch eine Führung zum Umbrella-Rock mitgeliefert, ein „Spaziergang von 40 Minuten“, wie uns versichert wurde. Nach 1 ½ Stunden in tropisch-feuchter Hitze durch den beeindruckenden Dschungel, der Besichtigung eines Felsunterstandes inklusive Naturtrommeln, und mit zittrigen Knien, weil wir über Stock und Stein steil bergab und dann wieder bergauf mussten, sind wir dann tatsächlich beim Felsen angekommen. Und die Anstrengung hat sich ausgezahlt: wir wurden mit einem wunderschönen Ausblick belohnt. Schade, dass es nicht mehr möglich ist, mit Leitern auf den Felsen zu kommen.
Tolle Aussicht vom Umbrella-Rock

Der Weg zurück zum Wasserfall ist der gleiche, den wir gekommen waren. Deshalb haben wir nach dem Stopp beim dreifachen Palmbaum beschlossen, uns ein Auto für den Weg zurück zu organisieren. Stephen ging voraus und wir folgten ihm vertrauensvoll. Er sollte doch wissen, wo wir mitten im nirgendwo ein Auto auftreiben können. Vor den Toren der hiesigen Volksschule haben wir ein übervolles Trotro vorbeibrausen sehen, außerdem haben mit uns noch 3 Personen auf ein Taxi gewartet. Und dann ist tatsächlich eines gekommen. Ein alter Opel Kadett Kombi, 10 ½ Personen (eine Frau war schwanger): kein Problem!! 3 Personen in der ersten Reihe, 4 in der zweiten Reihe und 3 Personen im Kofferraum. Und dann sind wir über einen besseren Feldweg getuckert bis wir endlich wieder festen Boden unter den Rädern hatten. Ein Abenteuer!

Der Boti-Wasserfall ist ein sehr netter Zwillings-Wasserfall, der sich etwa 35 Meter über eine Felsmauer in die Tiefe stürzt. Wirklich ein schöner Anblick und durch den Schatten und die durch die Wassergischt erfrischende Luft eine echte Erholung.

Im Anschluss haben wir noch unser Picknick gegessen, das restliche Brot den wartenden Kindern geschenkt und im Souvenirshop die ersten Mitbringsel erstanden. Ein schöner und lustiger Ausflug, an den wir sicher noch öfters zurückdenken werden.


Ein Blick ins Klassenzimmer
 

Sonntag, 5. Oktober 2014

Ehee...


…das Lieblingswort der Ghanaer (neben "Halleluja"). Egal, wo wir bis jetzt waren, dieses Wort war überall und permanent zu hören und begleitet uns ständig. Was es bedeutet? – Nun, die Bedeutung variiert und als geneigter Zuhörer darf man da auch sicher ein bisschen interpretieren. So wird „ehee“ so wie unser „aha!“ verwendet, wenn jemand zuhört. Viel häufiger bauen die Menschen dieses Wort aber in ihre Sätze ein, dann heißt es entweder „Verstehst Du mich?“, „Kapiert?“ oder es bekräftig einfach das Gesagte, ich würde es mit „ja, so ist es“ übersetzen. Nach einiger Zeit dachte ich, dass ich jetzt alle Bedeutungen kenne, aber in den letzten Tagen habe ich noch weitere Möglichkeiten der Verwendung entdeckt. „Ehee“ wird auch eingebaut, wenn man während dem Sprechen den Faden verloren hat oder einfach nicht weiter weiß. Außerdem drückt es sicher jede Form der Zustimmung, des Erstaunens oder auch Missbilligung aus …

BLUE - der Übeltäter?!?
Viele „ehees“ habe ich nach meinem ersten Einsatz von „Blue“ geerntet, die sicher sowohl Erstaunen, Missfallen usw. bedeutet haben. Warum? Ich habe Beaches gefragt wie sie ohne Waschmaschine zu so makellos weißen Shirts kommt, worauf sie mir „Blue“ empfohlen hat, was ich natürlich sofort beim nächsten Markttag erstanden habe. Also weiße Wäsche gewaschen, gespült und wie vorher instruiert beim letzten Spülgang „Blue“ zugefügt … ich habe es wohl etwas gut gemeint, denn nun besitzt Kerstin ein hellblaues Pyjamaoberteil und ich einige blaugraue Unterhosen. Markus´weißes Hemd konnte ich noch retten. Jeder kann sich sicher die verschiedenen „ehees“ vorstellen, die beim Begutachten meiner Wäsche und meinen Beschreibungen folgten. Zur Rettung der Ehre: bis auf ein paar ungewollte blaue Flecken ist mir seither nichts mehr passiert.

Es ist überhaupt erstaunlich wie schnell man sich nicht nur an die Umgebung sondern auch an die neuen Lebensumstände gewöhnt. Es ist so selbstverständlich geworden, täglich nach dem Frühstück Wasser für das Waschen der Wäsche zu kochen, Geschirr mit der Hand zu spülen oder eine abenteuerliche Trotrofahrt auf sich zu nehmen, um zu einem „Geschäft“ zu kommen. Wir haben uns auch daran gewöhnt, dass es nicht immer alles gibt, so mussten wir zweimal ausrücken, um Essig zu bekommen. Das Angebot ist nicht groß, aber wir finden fast immer alles, was wir zum Leben brauchen – und hin und wieder greifen wir auf die Leckereien aus unseren von Freunden liebevoll gepackten Carepaketen zurück. Das ist dann immer ein besonderes Highlight. – Ehee?

Aber gerade, als wir so vor uns hinträumten von mit Speck und Käse gefüllten Kartoffeln (Kerstins neues Hobby besteht aus Downloaden von Rezepten), Schinken, Pommes; Joghurt…wurden wir ganz schnell auf den Boden der Realität zurückgeholt. Gestern war wieder einmal ein Begräbnis und die anschließende Feier am Gelände trieb uns aufgrund der ohrenbetäubenden Musik schon mehrere Stunden gekonnt in den Wahnsinn. Während der letzten Stunde dieser Feier sammelten sich mehrere sehr schmutzige Kinder vor unserer Terrasse und wollten von Markus etwas zum Essen. Als er das verneinte, wollten sie Geld, was er auch verweigerte. Gerade als er mit ihnen darüber sprechen wollte, wurden die Kinder von einer Frau der Begräbnisgesellschaft gerufen und sie liefen davon. Zurück kamen sie freudestrahlend mit Plastiksäcken, die mit den Essensresten der Feier bestückt waren. Lili zauberte dann noch ein besonders glückliches Lächeln auf ihre Gesichter als sie jedem von ihnen einen Lutscher schenkte. Wir waren voller Demut und Dankbarkeit als wir uns anschließend zu Tisch setzten und unser nun fertiges Kartoffelgulasch genossen. Ehee!!!

Theo, eifrig beim Rechnen
Auch an den Schulalltag haben wir uns gewöhnt. Lili und Kerstin sind in ihren Schuluniformen ein vertrauter Anblick . Für Theo hat die "Mamaschule" natürlich pünktlich am 1. September ihre Pforten geöffnet. Theo hat mir gleich nach dem ersten Tag gesagt, dass es eh ok ist, er Frau Pröll (seine Klassenlehrerin) und seine Klasse schon viel lieber hat. Die Vorteile, dass der Unterricht nie vor 10.00 beginnt (Haushalt und Wäsche werden zuerst erledigt) und er in der Früh noch Lego spielen kann, hat er schon auch erwähnt. Mittlerweile haben wir uns aber aneinander gewöhnt und abgesehen von ein paar Disputen, versuchen wir in trauter Zweisamkeit den Lehrstoff zu bewältigen. Trotzdem weiß ich jetzt, dass ich seine Lieblingsmama, aber nicht seine Lieblingslehrerin bin, ehee.

Nie gewöhnen werden wir uns an den permanenten Lärmpegel hier. Abgesehen von der unerträglich lauten und übersteuerten Musik bei den samstäglichen funerals oder weddings, die mit einem Bass, der unsere Türen und Möbel vibrieren lässt, garniert ist – ehee-, auch sonst sind immer Musik (inkl. dröhnendem Bass), Trommeln, Autohupen und sehr laute Stimmen zu hören. Es wird mir immer ein Rätsel bleiben, warum bei Gebeten in der Kirche jemand hysterisch in ein Mikrofon schreien muss, die Wiese um 5:30 gemäht wird, die Menschen sich nur sehr laut redend und wild gestikulierend unterhalten können und die einzige Voraussetzung, um einen PKW fahren zu dürfen, eine funktionierende Autohupe ist ;).

Lisbeth und Kerstin lernen von ihren Mitschülerinnen ganz viele Worte auf Twi, wir haben schon – noch nicht ganz so viele – Worte auf Krobo gelernt, wobei vor allem „modschum“ (=danke), die lustigsten Reaktionen hervorruft. Die Menschen freuen sich unglaublich, wenn sie merken, dass wir zumindest versuchen ein paar ihrer Worte zu lernen. Am Markt ernten wir neben viele erstaunten „ehees“ auf unser „modschum“ auch Gelächter, anerkennende Schulterklopfer und weiterführende Sprachkurse. Meistens schaffe ich es nicht einmal bis zum nächsten Stand, um mir die neuen Worte zu merken – ehee-, was auch daran liegt, dass ich darauf konzentriert bin, niemanden umzurennen, auf keine Hühner oder sonstigen Tiere zu treten und freundlich zu grüßen.

Jetzt werde ich mich wieder meiner Wäsche widmen, ehee! Da der Wasserdruck heute nicht vorhanden ist, dauert die ohnehin schon lange Prozedur noch viel länger, aber wir geben die Hoffnung nicht auf, dass wir am Abend Strom UND ausreichend Wasser für eine kalte Dusche haben!



Samstag, 27. September 2014

Krobo is shining - oh yes!

Nach der ersten Schulwoche auf der Krobo Girls Presbyterian Senior Highschool will ich nun mal erzählen:


Suchbild: finde die Lintnerschwestern
Am ersten Tag war eine Versammlung aller Schülerinnen, bei welcher gleich einmal alle Regeln vorgelesen wurden. Dazu muss gesagt werden, dass man prinzipiell mal gar nichts darf, und für alles gepunished wird.  Die Schuluniform darf man nur im Unterricht tragen, das Arbeitskleid nur zum Arbeiten, und das Hauskleid nur in der Freizeit. Auch die Haare müssen abgeschnitten werden, und dürfen nicht länger als 10mm sein. Schmuck ist auch nicht erlaubt, abgesehen von dezenten Ohrsteckern, und einer Uhr, die aber nur schwarz sein darf. Handys dürfen gar nicht verwendet werden, also auch nicht in der Freizeit. Und wer sein Hymnen Buch nicht hat, wird auch bestraft. Die Regeln kann man übrigens im 205 seitigen Regelbuch nachlesen.
Die Direktorin
Etwas für mich wirklich gewöhnungsbedürftiges ist das junior-senior Prinzip, welches uns important Vanessa gleich am ersten Tag erklärt hat( also eigentlich heißt sie ja nichts so, wir haben sie nur so genannt, weil sie einfach eine von den ganz wichtigen ist, weil sie nie lacht, und eigentlich alle Witches sind). Bei diesem Prinzip hat man die Pflicht, einer älteren Schülerin zu gehorchen. Die Hirachie sieht also folgendermaßen aus: Ganz oben ist die Headmistress, dann die Lehrer, dann die Prefects, von denen es 25 gibt, dann alle aus Form 3, dann Form 2, dann Form 1.

Auch die Lehrer sind etwas anders, als bei uns. Die Schüler bei schlechten Prüfungsergebnissen  zu schlagen, ist hier noch Gang und Gebe, und auch sonst wird Freundlichkeit gegenüber den Schülern wohl eher missachtet als geschätzt, denn obwohl mir gegenüber alles sehr freundlich sind( mein Mathelehrer und ich sind sogar schon best friends), bin ich doch schockiert wie mit den Schülern umgesprungen wird, und wie sowohl Eltern als auch Schüler das einfach hinnehmen.

Obwohl Krobo Girls, die Elite Mädchenschule ist, ist sie ziemlich herunter gekommen. Der Müll wird entweder auf den Boden vor der Klasse geworfen, oder einfach aus dem Fenster, unsere Türe geht nichtmehr zu weil eine Seite aus der Angel gerissen wurde und auch von der Tafel fehlt ein Stück. Die Tische sind teilweise kaputt, wenn man Glück hat fehlt auch nur ein Eck, doch das ist alles nicht so schlimm, wenn man erst einmal die Klos gesehen hat. Klo ist nämlich noch sehr nett gesagt. Eigentlich sind es lange Rinnen, in einem Betonklotz, wo einfach jeder reinpinkelt. Und das ganze stinkt gewaltig!  Da fragt man sich schon, was mit dem ganzen Geld passiert, obwohl ich ja vermute, dass das die Direktorin bekommt, denn die wohnt in einer Villa, die genausogut in Österreich stehen könnte.
Ein sehr kleiner Teil meiner Klasse
Auch mit unseren Namen tun sie sich wirklich schwer, und so kommt es, dass Lisbeth meistens eine Elisabeth ist und ich Sister, oder the other one bleibe. Doch mittlerweile habe ich einen Krobonamen bekommen, den besonders meine Lehrer gerne verwenden. Dieser lautet concon, was soviel wie die 2 Geborene bedeutet, weil sie, nachdem sie zuerst geglaubt haben, wir seinen Zwillinge, und danach, das ich die Ältere bin, nun endlich gecheckt haben, dass ich die jüngere von uns beiden bin.

 Zuletzt möchte ich noch kurz von meiner Klasse erzählen. Also: ich bin in der Klasse 2 art 1a, gemeinsam mit 61 anderen Schülerinnen. Sie sind alle wirklich nett zu mir, und nehmen es mir auch nicht übel, wenn ich 10 Mal nachfrage was sie gesagt haben, und wenn ich ihre Namen noch immer nicht kenne, denn ich weiß gerade mal ein Drittel. Obwohl sie Österreich nicht zuordnen können, wollen sie viel wissen, angefangen vom Essen über die Schule, bis hin zum Klima, und auch für mich interessieren sie sich lebhaft. Dafür lernen sie mir Twi, geben mir ghanaisches Essen, und lernen mir Tänze und Lieder. Egal was ich mache, sie sind fasziniert davon. Als ich zum Beispiel in Physik meinen Taschenrechner verwendet habe, waren sie ganz begeistert davon, was man damit nicht alles machen kann, und den Fotoapparat hätten sie am liebsten behalten.

Zusammengefasst könnte man also sagen, dass zwar alle wirklich nett und bemüht sind, aber alles sehr diszipliniert ist, und ich nie gedacht hätte, dass ich mich nach den Klos in der Bachgasse sehnen werde







 

Dienstag, 23. September 2014

Big Ada – Ausflug ins Paradies


 
Die letzte Woche war schon ziemlich ereignisreich. Für die Mädls hat am Mittwoch endlich die Schule begonnen, sie gehen in die Krobo Girls´ Presbyterian Senior Highschool, eine der 2 Topschulen für Mädchen in ganz Ghana. Was das genau bedeutet werden sicher Lisbeth oder Kerstin in den nächsten Tagen selbst beschreiben J - sonst war die Woche geprägt von vielen Stromausfällen und quasi keinem Wasserdruck, was nicht nur die Körperpflege, sondern auch die Haushaltsführung unglaublich erschwert hat. Trotzdem war die Stimmung ganz gut, weil wir uns alle sehr auf das lange Wochenende in Big Ada gefreut haben. Die Infos im Reiseführer und ein kurzes Gespräch mit Samuel, dem Pfarrer von Big Ada, haben uns ein paar Tage am Meer und im Wasser erwarten lassen – und es ist  wirklich ein superlässiges Wochenende geworden!

Die Fahrt war wieder einmal kriminell: Theo ist bei mir am Schoß am Beifahrersitz gesessen, die Damen – natürlich ohne Gurt – auf der Rückbank. Der Fahrer hat es anscheinend sehr eilig gehabt und ist in einem affenartigen Tempo über die holprigen Straßen gebrettert, ist knapp aufgefahren und hat an unübersichtlichen Stellen überholt. Ob mein Gebet am Beginn der Reise uns vor Unfällen bewahrt hat oder der konziliare Fahrstil der anderen Verkehrsteilnehmer – ich weiß es nicht…


Kirche am - leider total verdreckten - Strand
Am Ziel angekommen wurden wir herzlich von Samuel in Empfang genommen und beim Begrüßungsplausch hat er uns auch gleich gesagt, welches Programm er sich für uns überlegt hat: Freitag-Vormittag ein Treffen mit den local leaders, dann Sightseeing zum Meer und zum Fluss, am Nachmittag ein Treffen mit den Councilmembers des Districts und Besuch beim hiesigen Markt. Am Samstag ein Treffen mit dem Major von Big Ada sowie ein Begräbnis und eine Hochzeit. Und am Sonntag dann der Gottesdienst und als Abschluss ein Gastauftritt in Samuels wöchentlicher Radiosendung. Uns ist das Gesicht eingeschlafen. Das war doch etwas mehr, als wir uns an Programm erwartet hatten und der erwartete Strandbesuch war gar nicht dabei.


Kerstin, Silke und Lili am Atlantik
Das Quartier war toll, eine schöne Doppelhaushälfte für uns alleine, und weil keine Küche vorhanden, sind wir mit allem versorgt worden, was wir zum Leben gebraucht haben, immer frisch serviert von Samuels Tochter Diana. Anscheinend hat die interne Kommunikation nicht so gut funktioniert, deshalb wurden wir am Freitag statt um 9 Uhr erst um 10:30 Uhr abgeholt, weshalb auch der Besuch bei der Lokalgröße ausgefallen ist, schade. Dann sind wir nach Ada Foah gefahren, dem zweiten Stadtteil von Ada, und haben die dortige Kirche samt Pfarrer besucht – und den ersten Blick auf den Atlantik werfen können, der in unmittelbarer Nähe zur Kirche tosend an die Küste brandet. Als wir dann zum Meer hingefahren sind war uns sehr schnell bewusst, dass wir in diesem Meer nicht schwimmen würden. Erstens waren die Wellen wirklich furchteinflößend, und zweitens waren der Strand und das Meer dermaßen verdreckt, dass es uns wirklich gegraust hat. Dass an diesem Strand die großen Meeresschildkröten ihre Eier ablegen ist kaum zu glauben.

Bootsfahrt mit Kurator und Rev. Samuel (mit Hut)
Dann sind wir weiter zu einem netten Hotel, von dem aus wir eine wunderschöne Bootstour am Volta-River gemacht haben, bis hin zur Mündung des Flusses ins Meer. Und es war atemberaubend, überwältigend, paradiesisch. Sonnenschein, ein palmengesäumter Sandstrand, das ruhige Wasser des Flusses – echte Postkartenidylle! Da hat auch der kurze Stopp perfekt gepasst, um schnell ein paar Kokosnüsse zu genießen. Wobei ich zugeben muss, dass wir nicht unbedingt begeistert waren. Aber es ist ein bisschen Urlaubsfeeling aufgekommen und wir haben gemerkt, dass wir uns nach den 6 Wochen in Odumase Krobo nach etwas „Luxus“ sehnen. Also haben wir beschlossen, dass wir die Hochzeit und das Begräbnis am nächsten Tag ausfallen lassen werden, um einen Urlaubstag in einem der Hotels als Tagesgäste zu verbringen.
Don´t forget the name Jesus - allgegenwärtige Glaubenszeugnisse

Am Nachmittag sind wir dann – wie geplant – nach Kaseh Junction gefahren um die District-Members zu treffen. Ein nettes Kennenlernen, Grußworte von uns, Fragen beantworten und ein paar dienstliche Besprechungen in dem uns unverständlichen Landesdialekt und dann ein Fototermin. Im Anschluss sind wir noch kurz durch den Markt geschlendert, der leider schon wieder abgebaut wurde. Zuhause haben wir dann gemerkt, dass wir die tropische Sonne wohl unterschätzt haben und haben so gut wie möglich unsere Sonnenbrände behandelt – endlich wieder im elektrischen Licht, der Strom war zur Freude aller wieder da.

Die Kokosmilch schmeckt nicht so wie erwartet ;-)
Der Samstag war dann ein Luxus-Urlaubstag in einer nagelneuen Hotelanlage – dem Aqua-Safari-Resort. Einen halben Tag lang haben wir den Pool genossen, Theo hat Sand gespielt, wir haben einen Cocktail geschlürft und ein europäisches Essen im Restaurant genossen und Silke entdeckte voller Freude, dass es auch Cappuccino gibt. Aber die Überraschung des Tages war, dass mich plötzlich ein Mann mit „Servas!“ begrüßt hat. Der General Manager ist ein Linzer und es war richtig schön, mal wieder mit jemanden in der eigenen Sprache zu plaudern.

Die Presbyter/-innen von Big Ada
Der Gottesdienst am Sonntag war richtig schön und hat „nur“ 3 ½ Stunden gedauert. Wir sind herzlich empfangen worden, die Mädchen sind mit Diana in den Jugendgottesdienst (entspricht angeblich eher einer Sonntagsschule) gegangen, für uns waren Liedbücher bereitgelegt und wir haben im Gottesdienst die Chance bekommen, ein wenig über uns, Österreich und die Evangelische Kirche in Österreich zu erzählen. Und im Anschluss wurden wieder Fotos geschossen: mit dem Chor, den Presbytern, dem Men´s Fellowship und dem Women´s Fellowship.


Live on air in Radio Ada
Samuel mit Frau und Diana
Wisst ihr, es war vor allem diese herzliche Aufnahme, die uns so gut getan hat. Das war wirklich die ghanaische Gastfreundschaft in Reinkultur. Samuel hat ein tolles Programm für uns ausgearbeitet, war aber immer bereit, auf unsere Wünsche einzugehen – und hat auch danach gefragt. Seine Frau hat uns mit herrlichem Essen versorgt, dabei war ihr sehr wichtig uns Dinge zu servieren, die uns auch schmecken. Der Kurator der Pfarrgemeinde hat uns mit seinem Auto kutschiert  und den ganzen Tag mit uns im Resort verbracht, um für uns da zu sein. Und zum Abschied haben wir noch jeder ein selbstgebasteltes Armband von Diana geschenkt bekommen.

Der Abschied nach der Radiosendung ist uns wirklich schwer gefallen. Wir wären gerne noch länger hier im Paradies geblieben! 








Montag, 15. September 2014

Fulfilled with the Holy Spirit!







Der Freitag war ein durch und durch ereignisreicher Tag! Zuerst waren wir – endlich – bei der Headmistress der Presbyterian Krobo Girl Senior Highschool, um die Details für den Schulbesuch von Lisbeth und Kerstin zu klären. Dann bin ich mit Janet und dem Trotro nach Koforidua gefahren, um endlich unsere heiß ersehnten Packerl mit Köstlichkeiten aus der Heimat abzuholen, und dann, am Abend, sind wir mit „unserem“ Taxidriver nach Somanya gefahren, um den letzte Gospelabend dort mitzuerleben. Und von diesem Abend muss ich euch unbedingt berichten!

Wir sind ca. eine halbe Stunde zu spät gekommen, der Taxler war nicht pünktlich. Das war aber kein großes Problem, es wurde gerade gesungen als wir am Kircheneingang herzlich willkommen geheißen und – natürlich – in die erste Reihe fußfrei geführt wurden. Und uns war recht schnell klar, dass wir hier kein Gospelkonzert hören würden, so wie wir es uns insgeheim erhofft hatten. Denn die Musik war wieder dermaßen laut, dass wir uns so schnell wie möglich etwas in die Ohren gestopft haben, um die Gefahr eines bleibenden Gehörschadens zu begrenzen. Aber die Stimmung war fantastisch! Die Kirche rammelvoll, ca. 1/3 Kinder und 1/3 junge Menschen, es wurde gesungen, getanzt, gefeiert, die weißen Taschentücher, Ausdruck für die Lebensfreude, wurden immer wieder wie wild geschwungen, und ich war das erste Mal richtig traurig, kein eigenes Taschentuch zu haben.

Nach diesem mitreißenden Eröffnungsteil betrat der Gastprediger die Kanzel, an seiner Seite ein „Simultanübersetzer“, und was jetzt folgte, habe ich bis dahin nur aus dem Fernsehen gekannt. Also wenn ein Pfarrer, den ich selbst live erlebt habe, jemals das Prädikat „Praecherman“ verdient hat, dann er.  Seine Botschaft war einfach und eindrücklich, seine kurzen Sätzen oder Satzsequenzen in Englisch wurden umgehend in Krobo, den hiesigen Dialekt übersetzt, und so entstand eine unglaubliche Dynamik, welche die Kirchenbesucher zu wahren Begeisterungsstürmen hingerissen hat. Ihr wisst (oder zumindest viele von euch), dass das nicht meine Art der Frömmigkeit ist, aber ich bin nach Ghana gekommen, um mich auf Neues einzulassen und ich hab gewusst, dass mich ein sehr charismatisches Christentum erwarten wird. Und insofern haben ich den Abend bis hierher auch wirklich sehr genossen und mich von der gewaltigen Stimmung mitnehmen lassen.

Bis hierher! Denn dann ist die Stimmung gekippt. Der Preacherman hat mit seinem Rede-Schrei-Stakkato einige der Menschen dermaßen emotionalisiert, dass plötzlich (hauptsächlich junge) Frauen in den Altarraum getragen wurden, die sich ekstatisch zuckend am Boden gewälzt haben bzw. von anderen festgehalten wurden, um in ihrer Geisterfülltheit nicht sich oder anderen Schaden zuzufügen. Und statt die Stimmung zu beruhigen, wie ich das erwartet hätte, hat der Prediger das Tempo angezogen und die Stimmung weiter geschürt. Die Gesänge sind mehr und mehr zu einem unverständlichen Geschrei geworden und wir haben uns wirklich sehr unwohl gefühlt. Deshalb sind wir dann um 22 Uhr vorzeitig in Richtung Heimat aufgebrochen.

Rev. Paul, der Ortspfarrer, hat uns noch vor die Türe begleitet und gewartet, bis unser Taxi da war. In der Zeit haben wir über die Ereignisse in der Kirche geredet, und er hat lapidar gemeint: „That´s the Ghanean way to worship!“ und uns erklärt, dass das einfach mit der jahrhundertealten Kultur zusammenhängt, dass solche Verzückungen auch beim Besuch der Fetische üblich gewesen sind und jetzt halt auch Teil der christlichen Kultur sind. Ich gebe zu, dass mich die Erklärung ein bisschen beruhigt hat, mir aber auch gezeigt hat, wie gewaltig die Unterschiede zwischen Afrika und Europa, zwischen Österreich und Ghana sind. Auch auf dieser Ebene.

Ich bin trotzdem sehr froh, dass ich heute in einem ganz normalen Gottesdienst gewesen bin – wobei das eigentlich auch nicht stimmt. Nachdem Silke und ich heute um 6(!) Uhr aufgestanden sind um zum Englisch-Service vor Ort zu gehen und dann vor einer leeren Kirche gestanden sind, habe ich mich etwas halbherzig um 9:30 Uhr alleine auf den Weg zum Gottesdienst gemacht. Und wurde überrascht, denn es wurden in dem Gottesdienst 25 junge Menschen konfirmiert und etwa die Hälfte von ihnen davor noch getauft. Und es war schön zu sehen, dass diese jungen Christinnen und Christen fulfilled waren vom Holy Spirit – und trotzdem im Besitz ihrer geistigen und körperlichen Fähigkeiten geblieben sind. Wen stört es dann schon, dass die Feier in der Kirche 4 Stunden gedauert hat…